Glossar

Glossar

Zahlreiche Begriffe rund um die Seifenkiste.

 

A

 
AASBD (All-American Soap Box Derby) Amerikanischer Seifenkistenverband. Es wird in 3 Rennklassen gefahren: Stock Division, Super Stock Division, Masters Division.
Abnahme Bei der Technischen Abnahme werden vor dem Rennen alle angemeldeten Seifenkisten überprüft, ob sie den Vorschriften entsprechen.
Aceton Aceton wird in unserem Bereich zum ablösen von Aufklebern oder zum Reinigen von Kugellagern verwendet. Aceton ist eine farblose, aromatisch riechende Flüssigkeit. Sie ist mit Wasser vollständig mischbar. Die Substanz ist sehr leicht flüchtig. Aceton wird als Lösemittel in Farben, Lacken und als chemisches Zwischenprodukt genutzt. Einatmen, Verschlucken oder Aufnahme über die Haut kann zu Gesundheitsschäden führen. Entfettet die Haut.
Achse Die Seifenkistenachsen sind zwei Vierkant-Stahlachsen 20x20 mm aus ST 37 oder C 45.
Achsverkleidung Ellipsenförmige Verkleidung, die um die Vierkantachsen gebaut wird, um den Luftwiderstand zu verringern. Nur in der Senior-und X-Klasse erlaubt.
Achszapfen Abgesetztes Ende der Achse. Dient zur Aufnahme der Kugellager und Befestigung der Räder.
Aerodynamik Die Geschwindigkeit einer Seifenkiste wird unter sonst gleichen Bedingungen maßgeblich von der Aerodynamik bestimmt. Berechnungsfaktoren sind dabei der Querschnitt (Anstandsfläche) und die Form des Grundrisses. Eine weitere Voraussetzung ist die Verhinderung von Verwirbelungen. Vereinfacht ausgedrückt heißt dies, daß sich zwei Luftpartikel von dem Fahrzeug teilen und gleichzeitig am Heck wieder zusammenkommen.
Akron (Ohio) Stadt im USA-Bundesstaat Ohio, wo seit dem Jahr 1935 die "All-Americas Soap Box Derby World Chamionships" (Weltmeisterschaften) ausgetragen werden.
Ausschreibung Hiermit informiert der Rennveranstalter über den Austragungsmodus, Preise etc. für ein örtliches Seifenkistenrennen.
Auto Andere Bezeichnung für Seifenkiste (wird oft in Berlin verwendet).

B

 
Ballast Fahrer in Rennkleidung und Seifenkiste dürfen zusammen ein vorgegebenes Maximalgewicht nicht überschreiten. Erreicht man diese Grenze nicht, darf man Ballast aus Holz oder Metall zuladen. Metallgewichte sind in der Größe und Befestigungsart reklementiert. Um den Schwerpunkt der Kiste so tief wie möglich zu halten, wird als Ballast fast immer Blei verwendet.
Bausatz Montagezubehör für eine Seifenkiste. In der JUNIOR-Klasse gibt es sowohl einen Holz- als auch einen Metallbausatz. In der SENIOR-Klasse gibt es von DSKD nur einen Metallbausatz, jedoch bieten mehrere Firmen bereits fertige Schalen an.
Bauvorschrift Sammlung von Regeln und Abmessungen, die für die Seifenkiste einzuhalten sind. Diese Vorschriften sind für die verschiedenen Klassen unterschiedlich.
Blei (Pb, lat. p lum b um) Schwermetall (giftig), Dichte 11,3 g/cm3, Schmelzpunkt 327 °C.
Bremse siehe Stempelbremse

C

 
Carbon siehe Kohlefaser

D

 
Deutsche
Meisterschaft
Jedes Jahr treffen sich die besten Seifenkistenfahrer aus ganz Deutschland zur Deutschen- und Europameisterschaft. Alle Teilnehmer haben sich bereits bei den verschiedenen Rennen in den Regionen für die Teilnahme an der DM/EM aus über 3000 Seifenkistenfahrern qualifiziert. Gestartet wird nach dem DSKD (Deutscher Seifenkistenderby e.V.) festgesetzten Reglement. Diese Bestimmungen unterteilen den Seifenkistensport in zwei verschiedene Klassen (JUNIOR + SENIOR). Die Fahrer tretten je Bahn 2x gegen die Uhr an. Die gefahrenen Zeiten werden addiert und ergeben die Gesamtzeit. Ziel aller Teilnehmer ist das Erreichen des Finallaufes. Hier tretten nochmals die 16 besten Fahrer und Fahrerinnen gegeneinander an und ermitteln den Deutschen- und Europameister.
DSKD Abkürzung für "Deutsches Seifenkisten Derby". Hat heute seinen Sitz in Klüsserath an der Mosel.

E

 
Elite-Klasse Diese Klasse wurde vom DSKD 2006 neu eingeführt, um den immer „größer und breiter" werdenden Jugendlichen gerecht zu werden. Von der Form unterscheidet sich die Elite-XL Klasse kaum von der SENIOR-Klasse. Der Umfang dieser Kiste ist größer, die Länge beträgt 235 cm, so dass auch Jugendliche an diesem Sport teilnehmen können, die aufgrund ihrer Körpergröße oder aufgrund ihres Körpergewichtes nicht mehr in einer SENIOR-Kiste fahren können. Das Mindestalter ist 13-18 Jahre. Kurze Zeit später wurde die ELITE XL Ü18-Klasse nachgeschoben.
Einschlagmutter Einschlagmuttern sind spezielle Muttern mit metrischem Innengewinde, die in vorgebohrte Löcher mit einem Hammer in das Holz eingeschlagen werden. Die Krallen der Einschlagmutter verankern sich im Holz. So lassen sich dann Gewindestangen eindrehen, und sonstige Bauteile anschrauben.
ESKD Abkürzung für "Europäisches Seifenkisten Derby". Hat seinen Sitz in Klüsserath an der Mosel.

F

 
Formel X Experementierklasse, die nur in Baden-Württemberg gefahren wird. Die Piloten können ab 10 bis 21 Jahre fahren. Auch hier gibt es Bauvorschriften die einzuhalten sind. Zum Beispiel: max. Länge 275 cm, max. Breite 120 cm, max. Gewicht 140 kg. Diese Fahrzeuge sind komplett verkleidet und heute meist aus Kohlefaserstoffen gefertigt. Zum Einsatz kommen luftbereifte Räder, Scheiben oder Trommelbremsen. Die Bauzeit dauert oft mehrere Jahre. Die X-Kisten sind als absolute High-Tech-Geräte zu bezeichnen.

G

 
GFK Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK), besteht aus Glasfasermatten und Polyesterharz. Die Glasfasern sind hauptsächlich wegen ihres relativ geringen Preises die am häufigsten verwendeten Fasertypen. Typische Anwendungsbeispiele: Spoiler für Autos, Segelboote, Segelflugzeuge, Zeltgestänge, Seifenkisten.

H

 
Helm Jeder Fahrer muß beim Rennen einen Helm tragen. Seit 2005 ist bei offiziellen DSKD-Rennen, der DSKD-UVEX-Helm Pflicht.
Helicoil Gewindeeinsatz, der aus einem im Profil rhombischen, ganz eng zylindrisch gewickeltem Stahldraht besteht. Wird das alte Gewinde nachgeschnitten und dieser Gewindeeinsatz dort hineingedreht, dient er anschliessend als Gewinde. So wird zum einen die ursprüngliche Gewindegrösse beibehalten, zum anderen aber ist so eine Schraubverbindung meist höher belastbar.
Hutze Anderes Wort für das Kopfteil auf dem Fahrzeugheck. Hierunter verschwindet der Fahrer mit dem Helm (nur bei Liegekiste).

I

 
Inbus Der Name INBUS leitet sich her von der Neusser Schraubenfabrik Bauer u. Schaurte und bedeutet : Innensechskantschraube Bauer und Schaurte
Inspektion siehe Abnahme
Inspektionsklappe Muß bei manchen Seifenkisten eingebaut werden, damit bei der Inspektion alle Teile im Inneren der Seifenkiste überprüft werden können.

J

 
Junior-Klasse Sogenannte Einsteigerklasse. Die Seifenkiste kann im Alter von 8-12 Jahren gefahren werden. Das maximale Gewicht beträgt mit Fahrer 90 kg. Die genaue Länge beträgt 205 cm.

K

 
Königszapfen Seifenkisten werden über die Vorderachse (Mittelpunktlenkung) gelenkt, deren Drehpunkt der Königszapfen (Mittelschraube) bildet.
Kohlefaser (engl. Carbon fibre) Kunststofffasergewebe , das mit Harz als Laminat häufig im Flugzeugbau/Motorsport Verwendung findet. Sehr leicht (Dichte 1,8 g/cm3), sehr stabil (Zugfestigkeit 4560 N/mm²), relativ teuer im Vergleich zu Glasfaser, schwierig zu verarbeiten.
Kugellager Kugellager sind Lager, bei denen zwei zueinander bewegliche Komponenten, der sogenannte Innenring sowie der Außenring durch rollende Körper getrennt sind. Zwischen den drei Hauptkomponenten Innenring, Außenring und Wälzkörper tritt hauptsächlich Rollreibung auf. Da die Wälzkörper im Innen- und Außenring auf gehärteten Stahlflächen mit optimierter Schmierung abrollen, ist die Rollreibung dieser Lager relativ gering. Für die Räder im Seifenkistensport sind Rillenkugellager des Typ 6002 vorgeschrieben.

L

 
Laminieren (Handlegeverfahren) Faserhalbzeuge (Gewebe/Gelege/Fasermatten) werden von Hand auf eine Form drapiert und mit Harz getränkt. Anschließend werden sie mit Hilfe einer Rolle durch Anpressen entlüftet. Dieses Vorgehen wird so oft wiederholt bis die gewünschte Schichtstärke vorhanden ist. Man spricht auch von einem "Nass in Nass" Verfahren. Nach dem Aufbringen aller Schichten härtet das Bauteil durch die chemische Reaktion des Harzes mit dem Härter aus. Ist der Faserverbundwerkstoff schichtweise (z.B. aus mehreren Fasermatten übereinander) aufgebaut, so wird der Verbund als Laminat genannt.
Lexan Lexan ist ein Handelsname für den Werkstoff Polycarbonat. Ein Material welches vorwiegend für die Sichtscheiben in der X-Klasse eingesetzt wird. Es ist glasklar, relativ leicht, sehr stabil und bruchsicher, kann unter Wärmeeinwirkung verformt werden.
Liegekiste Eine Seifenkiste, die in liegender Position gefahren wird. Nur in der SENIOR, SK-L und X-Kiste erlaubt.
Loctite Markenname für oft verwendete Schraubensicherungsmittel. Lieferbar in verschiedenen Sorten, von leicht lösbar, bis unlösbar. Die meisten Schraubensicherungen können mittels Hitze (>120°C) wieder gelöst werden.

N

 
NDR (National Derby Rallies) Amerikanischer Seifenkistenverband. Es wird in 5 Rennklassen gefahren: Stock Division, Super Stock Division, Senior Division, Masters Division, Challenge Division.

P

 
Passcheiben Sehr dünne Unterlegscheiben zum Ausgleich von Wellenspiel.
Polsterung In der JUNIOR-Klasse muß die Einstiegsöffnung aus Sicherheitsgründen rundherum lückenlos mit Schaumstoff , Gummi , PVC oder ähnlichem elastischen Material gepolstert sein.

R

 
Räder Für das offizielle Seifenkistenrennen werden speziell hergestellte Räder benutzt. Bis 1971 wurden diese vom damaligen Hauptsponsor Opel hergestellt und verkauft. Heute sind die Räder vom DSKD zu beziehen. Sie sind in den Abmessungen ähnlich, haben aber normale Industrielager (Typ 6002). Mittlerweile gibt es neben den üblichen Metall-Rädern auch Kunststoff-Räder. Die Luftbereifung aus Baden-Württemberg hat die Reifengrösse von 12 1/2 x 2 1/4.
Radeinschlag Gemäß DSKD muß der Radeinschlag an den Achsenden von der Mittelstellung aus je zwischen 3 und 5 cm nach vorne und hinten betragen. Da in Baden-Württemberg die Rennstrecken oft sehr kurvenreich sind, muß hier der Radeinschlag bis zu 10 cm einstellbar sein.
Rampe Ist eine schiefe Ebene, von der die Seifenkisten beim Start ohne fremde Hilfe hinabrollen. Die dort montierte Startvorrichtung löst meistens auch die elektronische Zeitmessung aus. Bei den meisten Strecken wird eine Rampe für das Starten der Seifenkisten benutzt.
Region Die Mitgliedsvereine des DSKD sind in Regionen aufgeteilt. Region 1 = Berlin, Region 2 = Hamburg / Niedersachsen / Bremen / Schleswig-Holstein, Region 3 = Nordrhein-Westfalen, Region 4 = LandesSeifenkistenVerband Südwest, Region 5 = Hessen, Region 6 = Baden-Württemberg, Region 7 = Bayern, Region 8 = Mecklenburg-Vorpommern / Sachsen-Anhalt / Thüringen / Sachsen

S

 
Schnupper-Klasse Die Schnupper-Klasse gilt in Baden-Württemberg als sogenannte Einsteigerklasse. Es dürfen Mädchen und Jungen von 7 - 13 Jahren teilnehmen. Das Gewicht ist frei. Die Fahrzeuge müssen vier Räder haben, Bremse und Lenkung müssen so gebaut sein, daß sie eine sichere Funktion gewährleisten. Die Wertung erfolgt nach der Gleichmäßigkeit der Zeit (d.h. die Zeitdifferenz zwischen dem ersten und dem zweiten Lauf wird gewertet), nicht die Schnelligkeit.
Seegering Patentgeschützte Wellensicherungsringe, die eine spezielle Zange zur Befestigung benötigen. Erhältlich als Innen- sowie Aussenringe.
SEIFE Nicht alles was schäumt ist Seife
Senior-Klasse Die Seifenkiste kann im Alter von 11-18 Jahren gefahren werden. Das maximale Gewicht mit Fahrer beträgt 113 kg. Die Länge beträgt max. 215 cm.
SK-L Heißt "SENIOR-Klasse luftbereift". Wird nur in Baden-Württemberg gefahren. Die Fahrzeuge müssen mit luftbereiften Rädern ausgerüstet werden. Eine Reifengrösse von 12 1/2 x 2 1/4 ist vorgeschrieben. Ansonsten gibt es nur geringe Abweichungen zu den DSKD SENIOR Rennregeln.
Speed Open Class Die SOC-Klasse bietet eine exklusive Plattform für Geschwindigkeitsspezialisten. Wer der Meinung ist, unter Einhaltung der minimalen Vorgaben, die schnellste Kiste zu steuern sollte sich unbedingt bei diesem Rennen, das in der Regel einmal pro Jahr stattfindet, anmelden. Das Startgeld aller Teilnehmer wird zu 2/3 als Preisgeld an die Plätze 1-3 ausbezahlt. Der Sieger erhält zusätzlich den SOC-Wanderpokal.
Startgebühr Für Versicherung, Organisation und Preise erheben die Veranstalter von Seifenkistenrennen je Teilnehmer ein Startgeld. Die Höhe variiert zwischen 8 und 35 Euro. Manchmal beinhaltet die Anmeldegebühr auch eine warme Mahlzeit und ein Getränk.
Stempelbremse Jede Seifenkiste muß im vorderen Bereich mit einer Stempelbremse ausgestattet sein. Dabei wird beim Betätigen der Bremse, über Hebelmechanismus, ein Stempel mit aufgeschraubtem Bremsgummi (alter Autoreifen) auf den Fahrbahnbelag gedrückt. Die Rückführung des Stempels in Ausgangsstellung erfolgt über Federkraft.
Sturz Als Sturz bezeichnet man die Neigung des Rades zu einer im Radaufstandspunkt errichteten Senkrechten.

T

 
Torx Markenname für einen patentgeschützten sternförmigen Schraubenantrieb. Die verwendeten Schrauben können mit einem hohen Kraftmoment angezogen werden. Werkzeuge sowie Schrauben sind aber relativ teuer.

V

 
V2A Abkürzung für Edelstahl
Viskosität Viskosität beschreibt die Fließfähigkeit einer Flüssigkeit. Je höher die Viskosität, desto dickflüssiger der Stoff.

W

 
Weltmeisterschaft siehe Akron

Z

 
Zeitmessanlage Die Zeitmessung bei Seifenkistenrennen erfolgt mit einer elektronischen Zeitmessanlage mit einer Genauigkeit von 1/100s. Die Zeitmessung beginnt mit der Startauslösung an der Rampe oder wenn die Lichtschranke am Start durchfahren wird. Sobald die Seifenkiste die Lichtschranke im Ziel durchfährt, wird die Zeit gestoppt. Die jeweils gemessenen Zeiten werden zu einer Gesamtzeit addiert, die über Sieg und Platz in den einzelnen Wertungen des Rennens entscheidet.

 

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